Mitgliederbereich

Über das Aktionsbündnis „Allianz für Sicherheit“

Um den Güterverkehr in Städten sicherer zu gestalten haben sich Mitglieder des Kompetenznetzes Individuallogistik (KNI) e.V. und des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachen (GVN) e.V. am 26.09.2018 in Osnabrück zum Aktionsbündnis „Allianz für Sicherheit“ zusammengeschlossen.

Ziel des Bündnisses ist es, einen aktiven Beitrag zu mehr Sicherheit im Güterverkehr der Städte zu leisten. Die teilnehmenden Unternehmen aus Osnabrück und Umgebung konzentrieren Ihre Aktivitäten auf die Osnabrücker Innenstadt, um vor Ort einen gemeinsamen Beitrag zu leisten, die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Gleichzeitig sollen die Aktionen Vorbildcharakter für andere Regionen entwickeln und zum Austausch über mehr Sicherheit anregen.

Das eigenverantwortliche Handeln der Unternehmen soll zeigen, wie City-Logistik sicherer und verlässlicher werden kann. So wurden im Bündnis folgende Punkte beschlossen:

  1. Zeitnahe Nachrüstung von Abbiegeassistenzsystemen (Kamerasystemen) bei allen Fahrzeugen über 7,5 t, die regelmäßig Zustellungen oder Abholungen im Verkehr des Osnabrücker City-Bereichs (dem sogenannten Wall-Ring) durchführen.
  2. Verpflichtung zur Anschaffung ausschließlich solcher Neufahrzeuge über 7,5 t, die mit Abbiegeassistenzsystemen ausgestattetet sind.
  3. Abgleich der Informations- und Wissensstände zur Anwendung und dem Stand der Technik von Abbiegeassistenzsystemen mit Herstellern, Lieferanten und weiteren Experten in regional organisierten, technischen Meetings.
  4. Anweisung der eingesetzten Fahrer, Bremsassistenten bei Fahrzeugen generell nicht zu deaktivieren. Zu diesem Zweck wird auch eine Muster-Anweisung erarbeitet, die frei verfügbar sein wird.
  5. Durchführung gemeinsamer, regelmäßiger Schulungen der Fahrer sowie anderer Verkehrsteilnehmer, z.B. durch öffentliche Maßnahmen an Schulen, etc.
  6. Weiterführung und Erweiterung der bereits in Osnabrück und Umgebung gestarteten Aktion, gefährdete Kreuzungen mit Spiegeln auszustatten – durch Anschaffung weiterer Spiegel, Plakat-Aktionen etc.

Neben diesen und zukünftigen Aktionen des Bündnisses stehen die Unternehmen bereit, sich mit Politik, Verwaltung und Wissenschaft über das Thema „Sicherheit im Güterverkehr der Städte“ weiter auszutauschen und z.B. bei folgenden Punkten Ihre Expertise einzubringen.

Einige wichtige Punkte liegen jedoch außerhalb des Einflussbereichs der Partner. Hier setzt das Bündnis auf die Unterstützung der Politik, aber auch der Kommunen, der Hersteller von Sicherheitssystemen und letztendlich der Öffentlichkeit. Folgende Punkte müssen dringend umgesetzt werden, um ein sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer in den Städten zu gewährleisten, ohne die störungsfreie Versorgung der Zentren mit Waren und Gütern zu gefährden:

  1. Verpflichtung der Hersteller von Abbiegeassistenzsystemen zur Bereitstellung marktfähiger Pakete, die bei der Anschaffung von Neufahrzeugen geordert werden können.
  2. Zeitnahe Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur verpflichtenden Einführung von Abbiegeassistenzsystemen.
  3. Rigidere Kontrollen ALLER Transportunternehmer, die auf Straßen in Deutschland unterwegs sind, sowie Durchsetzung von Sanktionen (inklusive Stilllegung der Fahrzeuge).
  4. Kontrolle aller Verkehrsteilnehmer in Innenstädten hinsichtlich der Fahrsicherheit und des Fahrverhaltens, auch des Radverkehrs.
  5. Zeitnahe Schaffung einer rechtlichen Grundlage durch die Politik im Einvernehmen mit Herstellern, welche die Abschaltung von Bremsassistenzsystemen generell verbietet.
  6. Einführung eines Überholverbots für Lkw auf zweispurigen Autobahnen zu Kernzeiten.
  7. Schaffung von Runden Tischen in Kommunen zur Abstimmung von verkehrssichernden Maßnahmen zwischen Politik, Verwaltung und den Transportunternehmen. Beispielsweise sind gefährdete Kreuzungen zu identifizieren und Rechtsabbiege-Verbote für Lkw bei Eignung umzusetzen.
  8. Umsetzung verkehrsplanerischer und verkehrstechnischer Maßnahmen zur grundsätzlich deutlicheren Trennung von Rad-, Fuß- und Güterkraftverkehr.
  9. Kooperation von Kommunen und Regionen mit Herstellern von Navigationssystemen zur besseren Koordination der Verkehrsführung von Lkw in den Städten.
  10. Zwingende zeitnahe Umsetzung der BAB 33 zwischen Paderborn und dem Anschluss zur BAB 1, um den innerstädtischen Bereich der Stadt Osnabrück insbesondere bei Störungen der umliegenden Autobahnnetze zu entlasten.

Das Bündnis bietet der Politik und Verwaltung an, vor Ort einen einen runden Tisch einzurichten, an dem die Gemeinden der Region zusammen mit den Unternehmen die Themen der Verkehrssicherung und der Verkehrsplanung besprechen und tragbare Lösungen entwickeln.

Mitglieder:

  • Martin Berghegger GmbH
  • Georg Boll GmbH & Co. KG
  • Brüner Transporte GmbH & Co. K
  • Hellmann Worldwide Logistics SE & Co. KG
  • Koch International - Heinrich Koch Internationale Spedition GmbH & Co. KG
  • Meyer & Meyer Holding SE & Co. KG
  • Internationale Spedition Munsberg GmbH & Co. KG
  • NOSTA Holding GmbH
  • Overnight Tiefkühl-Service GmbH
  • Sostmeier Spedition + Logistik GmbH
  • Wehrmann Transport GmbH
  • Stadtwerke Osnabrück AG
  • IHK Osnabrück-Emsland
  • Serrahn Spedition + Logistik GmbH